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LONNERSTADT - Veitshöchheim ist vorbei und der Fasching tobt jetzt in der Höchstädter Nachbargemeinde. Genau um das „innige“ Verhältnis zwischen beiden wird es beim „Loschedder Gwaaf“ wieder gehen. Am heutigen Samstag ist Premiere.

Die Generalprobe ist ein wenig chaotisch über die Bühne gegangen — aber so oft ist das ja das Vorzeichen einer rauschenden Premiere. Seit Mitte Dezember ist die 19-köpfige Mannschaft mit elf Männern und acht Frauen eine verschworene Gemeinschaft, sammelt Ideen, entwickelt das Programm und probt die Dialoge. Stichworte werden wieder rausgeschmissen, neue und aktuelle Themen aufgenommen.

Seit einer Woche sind jeden Abend Proben. Die Stimmung ist gut und gleichzeitig angespannt. Die Nervosität der Akteure ist zu spüren. Das Lampenfieber grassiert. Schon zum 28. Mal laden die Akteure um 19.33 Uhr in den Sonnensaal der Gastwirtschaft Hausmann ein und sind im Vorfeld wieder nahezu ausverkauft.

Zum ersten Mal sollten bei der Generalprobe alle Details perfekt sein — vom Bühnenbild über Musik, Kostüme bis hin zur richtigen Abfolge der Auftritte. Vor dem Start gibt es eine kurze Durchsprache und letzte Änderungen. Mikrofon-Check. Jetzt muss alles klappen. Dreimal kurz über die Schulter gespuckt — alter Theater-Aberglaube. An seinem Computer an der Seite sitzt Moderator Thomas Bär und macht sich Notizen. Ihn interessiert besonders die Länge der Umbauphasen, denn danach richtet sich die Zeit für seine Witze.

Ein unerwarteter Erfolg

Rainer Haberkamm, Chef des veranstaltenden TSV Lonnerstadt, ist mit dabei und erzählt leise die Historie: „Es begann damit, dass der traditionelle Faschingsball immer weniger Besucher lockte und uns als Organisatoren neben der ruhigen Stimmung auch die vorhandenen Kosten Sorgen bereiteten.“ Eine neue Idee musste also her. Sein Arbeitskollege Gerhard Bendix, geborener Mainzer und in vielen Faschingsgesellschaften rund um Erlangen aktiv, überzeugte mit seinem Konzept einer sogenannten „Faschingsgaudi“.

„Die Premiere 1987 war ein absolut unerwarteter Erfolg, wir haben weitergemacht und mussten gleich beim zweiten Mal von der Wirtschaft in den Sonnensaal umziehen“, erinnert sich Haberkamm. Jetzt zählen sie das 28. Jahr und die Mischung aus Sketchen, Ballettnummern, Musik, Witzen und modernen Büttenreden steht weiterhin hoch im Kurs. „Wir können immer wieder neue, junge Talente vorstellen, auch in diesem Jahr. Und wir haben natürlich die Kontinuität der Stammspieler“, sagt Haberkamm. Ein Urgestein ist Hans Singer, vom ersten Tag an mit auf der Bühne.

Der geborene Untermembacher, der gerade den 60. gefeiert hat, hatte in den letzten Jahren allein bei seinem Auftritt, noch ohne ein Wort zu sagen, ein tobendes Publikum.

Hart und messerscharf sind seine Texte, in denen er das Dorfleben Revue passieren lässt und bei den Zuschauern manchmal der Atem stockt. Singer redet Klartext. Unsere Zeitung nannte ihn 2007 „den ungekrönten König des Lonnerstädter Faschings“. Eigentlich wollte er schon vor Jahren aufhören und versprach damals in guter Bierlaune seiner Tochter Linda, nach bestandener Abschlussprüfung mit ihr gemeinsam auf der Bühne zu stehen — und so kam es.

Beide ziehen auch jetzt wieder alle Register. Der Solo-Auftritt von Singer hat an Schärfe nichts verloren. Auch für das Bühnenbild ist er wieder verantwortlich und zeigt brandaktuell den geplanten Lonnerstädter Energiepark mit seinen Windrädern in einer eigenen Interpretation. Eine exzellente Leistung ist auch der Gaudi-Tanz der fünf Damen, die komplett in Tüchern eingehüllt sind, kaum etwas sehen und sich trotzdem elegant bewegen. Auch die Gesangsnummer mit den „lebenden“ Puppen ist ein Augenschmaus.

Die Spiellust ist den Akteuren auch nach knapp vier Stunden noch anzusehen. Und sie nehmen aufeinander Rücksicht, keiner spielt einen Kollegen an die Wand. Regisseur Frank Hasslauer ist mit seiner Mannschaft zufrieden, trotz einiger Stolpersteine. Aber es gilt ja die alte Regel: Auf eine Generalprobe mit Pannen folgt eine rauschende Premiere. Und zu der hat sich auch wieder der scheidende Landrat Eberhard Irlinger angekündigt. Darauf ein kräftiges „Loschedder Gwaaf!“

Die Eintrittskarte kostet 10 EUR. Aufführungen heute, 22. Feb. sowie am 28. Feb., 1. und 3. März 2014, jeweils um 19.33 Uhr im Sonnensaal des Gasthauses zur Sonne, Mühlgasse 10 in Lonnerstadt

HELMUT BRESLER

 

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