220 Zuschauer ließen sich das neue Stück der Theatergruppe des TSV Lonnerstadt nicht entgehen. Bei dem Lustspiel sorgte vor allem Thomas Schuster für viele Lacher. Er war zum ersten Mal mit dabei.

Der Dreiakter mit dem Titel "Schwein gehabt", den die Theatergruppe des TSV Lonnerstadt aktuell präsentiert, hat es in sich. Das kurzweilige Lustspiel, das gespickt ist mit original fränkischem Humor, lockte zur Premiere am Samstagabend 220 Zuschauer in den örtlichen Sonnensaal. Frischen Wind in die Truppe bringt in diesem Jahr Thomas Schuster, der Tierarzt Sven mimt und erstmals bei den Aufführungen auf der Bühne steht. In Frauenkleidung hatte er am Samstagabend besonders viele Lacher auf seiner Seite.

Spaß auf beiden Seiten
Doch auch die alt bewährten Laiendarsteller des TSV, allen voran Markus Ruhmann, der besonders authentisch den schicksalsergebenen Trunkenbold spielt und dessen "Ehefrau" Katharina Looshorn mit dem typisch fränkischen Mundwerk, überzeugen auf ganzer Linie. Hinzu kommt, dass die Darsteller selbst sichtlich Spaß an ihrem Stück haben und diesen an ihr Publikum weitergeben.

Zuschauer jeden Alters fanden sich am Samstag im Publikum und amüsierten sich vor allem über Tante Rosa, die ihre "Sau" im zweiten Akt Gassi führt. Ein Missverständnis, das dazu führt, dass Tante Rosa glaubt, sie solle statt ihrer gleichnamigen Sau ermordet werden, beendet den zweiten Akt nahezu dramatisch. Dass das Ende letztlich ein gutes ist, dürfte aber eher keine Überraschung sein.

200 Euro verspielt
Hinter der Bühne ist in diesem Jahr Jasmin Müller für die Maske verantwortlich, um den Bühnenbau kümmern sich Frank Hasslauer und Jan Kropf. Die Technik liegt in den Händen von Benjamin Bär und Frank Hasslauer. Als Souffleuse fungiert Gerlinde Lettenmeier, Gudrun Thoma führt Regie.

"Ich war ausversehen ein Falschspieler", gesteht Karl, alias Markus Ruhmann, kleinlaut. Beim erstmaligen Pokern mit seinen Freunden vom Sportverein hat er prompt 200 Euro verspielt. Dem notorisch klammen Oberhaupt einer fünfköpfigen Familie bleibt da nur eins: Die Sau von Tante Rosa (Linda Singer) in genau diesem Wert opfern. Das findet zumindest sein Trinkkumpane Wilhelm (Udo Blankenbühler).

Weil die reiche Erbtante seiner Frau Johanna (Katharina Looshorn) in Stuttgart lebt, die Sau aber vor Ort ist, schmieden die beiden Männer den Plan, das Tier heimlich verschwinden zu lassen. Schnell wird dieses Vorhaben aber von Tante Rosa persönlich durchkreuzt. Weil ihr eigenes Haus renoviert wird, taucht die alte Dame spontan bei der Familie auf. Vor allem bei Karl stößt der Besuch auf wenig Begeisterung. Schließlich müsse sich ein Mann "vor Frauen in jedem Alter fürchten".

Liebelei mit dem Chef
Zudem ist er sich sicher, dass die "schwäbische Beißzange" allein aus lauter Boshaftigkeit noch am Leben ist und ihr mindestens ein weiterer "Giftzahn" gewachsen sein muss. Von seiner eigenen Familie bekommt er zunächst wenig Unterstützung im Kampf gegen Rosa. Der 25-jährige Sohn Klaus (Wolli Weinkauf) ist zu sehr damit beschäftigt, die Tante finanziell auszunehmen.

Seine Schwester Melanie (Conny Panten) hingegen unterhält eine Liebelei mit ihrem Chef und "Viecharzt" Sven (Thomas Schuster). Die "unterbezahlte" Magd Elfriede (Cathrin Teufel) "hört alles, sieht alles und weiß alles" und verpetzt das Paar bei der spießigen Mutter so oft es nur geht.

Karl selbst setzt in der Zwischenzeit alles daran, dass weder seine Ehefrau noch Rosa etwas von seinen Spielschulden erfahren. Nun ist es also an ihm, einen Weg zu finden, diese zu begleichen und so den unnachgiebigen Wilhelm ruhig zu stellen. Der hat nämlich auch ein Auge auf Magd Elfriede geworfen und geht deshalb besonders gern im Haus der Familie ein und aus.

Drei Vorstellungen am kommenden Wochenende stehen noch aus. Restkarten sind noch von Mittwoch bis Freitag zwischen 16 und 18 Uhr im Gasthaus zur Sonne erhältlich


Quelle: www.infranken.de  MONA LISA EIGENFELD