TSV Lonnerstadt feiert Doppel-Jubiläum: 65-jähriges Vereinsbestehen und zehn Jahre auf dem neuen Gelände — Aktiv und schuldenfrei
LONNERSTADT  - 2003 ist der TSV Lonnerstadt in jeder Hinsicht aufgestiegen: Mit der ersten Fußballmannschaft in die Kreisliga – und vor allem in Blick auf die Adresse. Denn der Verein zog vom Sportplatz mit dem wenig verheißungsvollen Namen „Am Galgenberg“ um in die Premiumlage „Am Sonnenhügel“. Ende Juni gibt es ein Doppel-Jubiläum zu feiern: 65 Jahre TSV und zehn Jahre neues Gelände.

{phocagallery view=category|categoryid=9|imageid=272|float=left}Damals mag es Zweifler gegeben haben, aber heute ist für den langgedienten Funktionär Reinhold Teufel, derzeit Sprecher des Festausschusses, klar: „Das war der größte Einschnitt in der Vereinsgeschichte, aber es war der richtige Schritt. Das Gelände wurde angenommen – und der Platz sieht so gut aus wie am ersten Tag.“ Das ist auch ein Verdienst von Heinz Reif und Edwin Iftner, die als ehrenamtliche Platzwarte viele Stunden am „Sonnenhügel“ verbringen.

Ein gepflegter Rasen hat beim TSV möglicherweise einen höheren Stellenwert als andernorts, denn einst wurden die „Loschedder“ oft verspottet für ihren „Erpfelacker“. Gegnerische Zuschauer haben sogar mal Kartoffeln auf den Platz geworfen, um auf die mangelnde Qualität des Platzes hinzuweisen, erinnert sich Georg Höps, der Manager der TSV-Oldies, die am Festwochenende ebenfalls noch einmal gegen das runde Leder treten.
Legenden“ wie Michael Haberkamm (75 Jahre) und Ernst Franke (70) laufen da auf, insgesamt haben die Akteure über 10000 Spiele im Lonnerstadter Dress auf dem Buckel, hat Höps errechnet.

Ähnlich namhaft, aber nicht wegen ihrer Ballkünste, sind ihre Gegner vom Promiteam: Stefan Müller (CSU-Bundestagsabgeordneter), Axel Rogner (Bundestagskandidat der FW), Holger Herzing (Chefarzt Krankenhaus Höchstadt), Patrick Prell (Landtagskandidat der FW), Vertreter aus Wirtschaft, Lokalpolitik und Presse. Als Schiri fungiert Lonnerstadts Zweiter Bürgermeister Stefan Himpel, ihm assistieren als Linienrichter die beiden evangelischen Pfarrer Martin Müller und sein Vorgänger Rudi Fischer.

Dass zehn Jahre nicht spurlos an einem vorübergehen, war bei den diversen Probetrainings für dieses Spiel, das 2003 zur Platzeinweihung schon einmal stattfand, zu sehen. Einigen „Promis“ ging da schnell die Luft aus. Mal sehen, ob es bis zum 30. Juni zum furiosen Comeback reicht.

Aber dieser Kick ist nur einer von zahlreichen Höhepunkten des dreitägigen Fests. Am Freitag geht es los mit einem Mitmach-Angebot: Beim Fitness-Open-Air kann man zu Musik mit den Vorturnern auf der Bühne mittanzen und seinen Körper in Schwung bringen. Dazu gibt es hinterher auch gesunde Kost.

Eher für die Partypeople ist der anschließende „Sunhill Summer Jam“, bei dem sich die Beachvolleyballanlage in einen karibischen Strand verwandelt. Für Gaudi soll das „Spiel ohne Grenzen“ sorgen, bei dem die Ortsvereine in originellen Disziplinen gegeneinander antreten.

Der wichtigste Termin für die Veranstalter ist jedoch das Konzert von „Viva Voce“ (mit dem Lonnerstadter Jörg Fischer). In der Mitte des Rasens wird für die A-cappella-Boygroup die Bühne aufgebaut, das Publikum verteilt sich auf dem Grün und auf der überdachten Tribüne. Während alle anderen Aktionen kostenlos sind, hofft man hier auf Einnahmen und auf über 1000 Zuschauern wie bei der ersten Auflage vor fünf Jahren.


Viele Geldquellen

„Denn ohne nichtsportliche Veranstaltungen geht es nicht mehr“, weiß Vorsitzender Rainer Haberkamm. Beim TSV hat man das früh erkannt: Seit Vereinsgründung vor 65 Jahren gibt es die Theatergruppe, die inzwischen fünf Mal jährlich auftritt, dazu kommen vier Faschingsveranstaltungen, Kellerfest und Schafkopfrennen. Nur so lässt sich das vielseitige Vereinsleben aufrecht- und die Anlage, die als eine der schönsten weit und breit gilt, instand halten.

Erst unlängst wurde ein Anbau mit größerem Schiedsrichterraum, Sauna, gut bestücktem Fitnessraum und kleiner Küche für den Kiosk. Das meiste – wurde in Eigenleistung geschafft – und vor allem ohne Fremdfinanzierung, so Haberkamm: „Wir sind schuldenfrei.“

Mit 740 Mitgliedern ist der TSV derzeit so groß wie noch nie – und auch an der Spitze gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen im Umkreis keine Probleme. Wo liegt das Geheimnis? Habermann: „Wir verteilen die Last auf viele Schultern und sorgen auch dafür, dass jüngere Mitglieder in die Verantwortung genommen werden.“

Am Festwochenende sind über 80 Helfer aus dem Verein im Einsatz. Sie alle hoffen nun zum Jubiläum auf Sonnenschein am „Sonnenhügel“. Aber auch hier gibt es einen Plan B: Für den Notfall steht ein großes Zelt bereit.

Nur eines überschattet die Feierlaune: der Abstieg der ersten Mannschaft nach sechs Jahren Kreisliga am Stück. „Aber auch das war ein Vereinsrekord“, so Teufel.

Quelle: www.nordbayern.de / Holger Peter

 

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